Fast schon eine Rad-Sitzung war die vergangene des Ausschusses für Kultur, Dorf- und Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung (KDSW). Im Konkreten ging es vorrangig um einen Abstimmung, welche Konzepte von der Verwaltung weiterzuentwickeln seien, beziehungsweise ob die Planung so auch dem Willen der Politik entspräche.
Doch wie es so oft in Straßen-Fragen ist, ist manche Entscheidung nicht so einfach zu fällen, wie sie auf den ersten Blick scheint. Schnell abgenickt wurde noch die Varianten-Empfehlung der Verwaltung für die Radwege-Verbindung Richtung Mersch. Aktuell sieht diese vor, Wirtschaftswege östlich der L 241 zu nutzen und sie dafür auszubauen. In welchem Umfang dies passieren wird, ob es ein Vollausbau oder eine „minimale Version“ gibt, bleibt noch abzuwarten. Vorher sollen die Investitionen geprüft werden, was auch davon abhängt, ob für dieses Vorhaben die erhoffte Förderung greift.
Im Gegensatz dazu war schon an der Vorlage zu erkennen, dass die Umsetzung der Ertüchtigung des Radweges in Richtung Stetternich schwieriger wird. Der Beschlussentwurf sah nur vor, die Machbarkeitsprüfung zur Kenntnis zu nehmen und informierte darüber, bei positiver Abstimmung weitere Beratungen über die Umsetzungsmöglichkeiten vorzunehmen. Denn auf dieser Strecke geht es um einen Straßenabschnitt, der juristisch nicht der Stadt selbst gehört. Es müssen weitere Gespräche mit dem Eigentümer Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) stattfinden. Plan ist eigentlich eine vollumfängliche Sanierung, die auch Maßnahmen vorsieht, um die Strecke langfristig möglichst Schadensfrei zu halten – Stichwort Wurzelwerk. Die Machbarkeitsstudie sei, so Claudia Tonic-Cober von der Stabsstelle Nachhaltigkeit, Mobilität, Klimaschutz, hierbei ein Instrument für die Vorplanungsphase und die Gespräche mit Straßen.NRW. Änderungen seien noch möglich. Robert Helgers, Dezernent für Planen und Bauen, wies darauf hin, dass die höchste Priorität und das Hauptaugenmerk für Straßen.NRW aufgrund eines Ministerbriefs aktuell bei Brücken läge und sich die Gespräche daher als schwierig erwiesen. Es seien in NRW etwa 400 Brücken anzugehen und an der großen Rurbrücke habe man ja auch in Jülich schon gesehen, welcher Aufwand, Zeit und Geld dahinter stecke – auch wenn sicher nicht alle Brücken so groß seien wie die in Richtung Aachen. Das Land habe außerdem schon gesagt, dass für Radwege derzeit kein Geld zur Verfügung stehe. Abgesehen davon hake es oft am Grunderwerb, je nachdem, wem ein Teil der Strecke gehöre. Man würde aber dennoch versuchen, ob man zusammen mit Straßen.NRW nicht doch zu einer Lösung findet.
Viel Diskussion gab es zur Optimierung der Radverkehrsführung in der Römerstraße. Hier müsse zwar neben der Kreispolizeibehörde Düren ebenfalls Straßen.NRW einbezogen werden, so Helgers, aber es habe bereits ein paar Termine gegeben, in denen der Landesbetrieb Entgegenkommen signalisiert habe und die Verwaltung glaube, dieses Projekt umsetzen zu können. Tonic-Cober führte aus, dass die Fahrbahnfläche nicht hergebe, eine reine Fahrradspur auf der Fahrbahn einzurichten. Darum seien die Planungen in diesem ersten Konzept eher eine Orientierungshilfe in Form von Markierungen, Fahrradfurten und Aufstellflächen. Diese Hilfen, so betonte sie, richteten sich vor allem an unsichere Fahrradfahrende und stellten keine Nutzungspflicht dar, nach wie vor könne die Straße genutzt werden. Vorgesehen sei, dass an breiten Stellen der Gehwege Rad- und Fußverkehr neben einander unterwegs sein können und die Fahrräder an engen Stellen auf die Straße geführt werden. In diesem Zuge, war zu hören, fielen aufgrund des nötigen Platzes beispielsweise auch drei Parkplätze gegenüber des Mädchengymnasiums weichen müssten. Auf die Nachfrage, ob der Radverkehr nicht auch über Parallelstraßen geführt werden könne, antwortete die Verwaltung, dass die Menschen üblicherweise den kürzesten Weg nutzten. Darum wolle man eben diesen Weg entsprechend optimieren. Sollte sich mit der Zeit erweisen, dass es Sinn ergibt, neue Möglichkeiten zu schaffen, würde man sich zu gegebenem Zeitpunkt mit diesen beschäftigen. Änderungen und Anregungen seien aber weiterhin möglich, der Plan sei die Grundlage für kommende Gespräche. Denn Kosten- und Zeitschätzung auszuarbeiten, das sei Aufgabe von Straßen.NRW.
Alle drei Anträge wurden einstimmig angenommen und damit der Weg für weitere Ausarbeitungen der Konzepte sowie kommende Gespräche geebnet.



















