Start Stadtteile Jülich In der Pause ins Gym

In der Pause ins Gym

In der Pause Gewichte stemmen und unter professioneller Anleitung die eigene Ausdauer trainieren? An der Sekundarschule geht das. Demnächst steht ein ganzer Fitness-Projekttag an. Für ihr Engagement erhielt die Schule jetzt Fördergelder von AOK und Schulministerium.

0
0
TEILEN
Joachim Weber und Schulleiterin Nadja Haupt haben Grund zum Strahlen: Die AOK fördert den geplanten Fitness-Tag. Foto: Britta Sylvester
- Anzeige -

Die Treppe hoch, durch eine Glastür und einen langen Flur entlang führt der Weg, den Ortsunkundige nicht so einfach wiederfinden. Dann öffnet sich eine weitere unscheinbar graue Tür und der Besucherin verschlägt es glatt die Sprache. „Nicht schlecht, oder?“ strahlt Joachim Weber, seines Zeichens Sportlehrer an der Sekundarschule und ganz offenbar begeistert von „seinem“ Fitnessraum in der oberen Etage des Gebäudes. Das sei schon etwas ganz Besonderes, flankiert Schulleiterin Nadja Haupt.

Auf Wunsch der damaligen Schulleiterin Angelika Lafos, so berichtet Weber, sei das schuleigene Fitness-Studio noch in Corona-Zeiten ins Rollen gebracht worden. Inzwischen hat die Schule bereits zum wiederholten Mal für ihr besonderes Engagement rund um Sport, Fitness, gesunde Ernährung und Drogen-Prävention – das mithilfe der einzigartigen Ausstattung umgesetzt werden kann – finanzielle Unterstützung von der AOK erhalten. Mit dem Förderprogramm ‚Fit durch die Schule‘ der Krankenkasse und dem Schulministerium werden in der Region Aachen-Düren-Heinsberg regelmäßig Schulen unterstützt, die besondere Projekte rund um den Themenkomplex Bewegung außerhalb des Unterrichts umsetzen. Die Förderung kann bis zu 5.500 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren betragen.

- Anzeige -

„Cool ohne Dope“ lautet die Überschrift, die Joachim Weber dem schuleigenen Projekt vor Jahren verpasst hat. Dabei meint „Dope“ nicht Drogen im Allgemeinen, sondern bezieht sich spezifisch auf sogenannte Dopingmittel wie anabole Steroide, die besonders für Jugendliche eine große Gesundheitsgefahr bedeuten. Zwar wachsen die Muskeln verführerisch schnell, doch die Nebenwirkungen sind gravierend, wie Weber aus eigener schmerzvoller Erfahrung weiß. „Ein guter Bekannter ist an den Nachwirkungen von Anabolika-Missbrauch gestorben“, erläutert der Lehrer die ganz persönlichen Beweggründe für sein Engagement.

„Stay safe“, was so viel heißt wie „bleib gesund“, steht über dem aktuellen Projekt, das jetzt von der AOK mit der Begründung ausgezeichnet wurde, „dass die Präventionsarbeit in den jeweiligen Lebenswelten besonders wichtig ist, da dort die Menschen sehr gut und nachhaltig erreicht werden“, wie Regionaldirektor Heiko Jansen formulierte. Dabei steht der Projekttag, für den es dann auch die Förderung gab, besonders im Fokus: Am vorletzten Schultag steht an der Sekundarschule traditionell das Sportfest an. Eine Veranstaltung, die besonders bei der Jahrgangsstufe 9 eher unbeliebt ist, wie Joachim Weber schmunzelnd konstatiert. Auf der anderen Seite sind gerade die Jugendlichen dieser Altersklasse besonders empfänglich für Versprechungen von schnellem Erfolg beim „Pumpen“, also beim Muskelaufbau durch Krafttraining.

Dieser Erkenntnis folgend, dürfen sich die Neuntklässler statt bei Weitsprung oder Sprints einen ganzen Tag lang im Fitness-Studio ausprobieren – unter professioneller Anleitung versteht sich, denn die Schule kooperiert mit zwei Jülicher Fitnesseinrichtungen. Die korrekte Ausführung einzelner Übungen ebenso wie Spinning mit „Instructor“ und passender Musik, Cardiotraining sind Teil des Projekttages. Ebenso gilt den Themen Doping und Ernährung das Augenmerk. Apropos Ernährung: Schon vor dem Schulgebäude begrüßen große Plakate weiterer „Cool ohne Dope“-Unterstützer Schülerschaft wie Besucher, darunter sind überraschend viele Döner-Buden aber auch Bäckereien oder Pizzerien. Ist das nicht ein Widerspruch? „Überhaupt nicht“, findet Sportler Joachim Weber und meint, dass das Sponsoring eher passend zur Lebensrealität sei und obendrein oftmals den Anlass zum Gespräch über die „richtige“ Ernährung liefere.

Die Auswahl an Sportgeräten für die Pause ist groß. Foto: Britta Sylvester

Einmal abgesehen von der „Fitness-Meile“ im Schulhaus, hält auch das Außengelände noch eine Überraschung parat: Zwei große Container, voll mit unterschiedlichsten Sportgeräten, stehen bereit, um den Schulhof in einen eigenen kleinen „Freizeitpark“ zu verwandeln. Rollbare Basketballkörbe oder Zielscheiben fürs Bogenschießen – unter den wachsamen Augen der Pausenaufsicht, versichert Joachim Weber grinsend – warten darauf, ausgeliehen zu werden.

Auch das Sporthelfer-Projekt an der Sekundarschule wurde mit Fördermitteln realisiert. Foto: Britta Sylvester

Für die Ausgabe der Geräte sind übrigens die Sporthelfer der Schule zuständig, auch dieses ein Projekt, das unter anderem mithilfe von AOK-Förderung umgesetzt werden konnte. „Wir sind auf Projektgelder und Sponsoring angewiesen“, stellt Weber nüchtern fest, „das kostet schließlich alles Geld.“ Und braucht engagierte Lehrkräfte mit spürbarer Leidenschaft für ihr Tun.

TEILEN
Vorheriger ArtikelEinfach mal backen lassen
Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinische Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here