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Christoph Hunschede

Netzmeister, was ein cooler Titel, dachte ich mir. Klingt nach großen Aufgaben, Fantasy, Abenteuerlichkeiten, in die Richtung. Ganz so spektakulär ist es dann doch nicht, birgt aber dennoch eine große Verantwortung. Seit etwa einem Jahr ist Christoph Hunschede jetzt Netzmeister der Stadtwerke Jülich. Zu diesem Titel kam er ein wenig wie die Jungfrau zum Kinde, da sein Vorgänger unerwartet verstarb. Seitdem hat der eh schon umtriebige 40jährige noch mehr zu tun als sowieso schon, ist er doch jetzt verantwortlich für die Stromversorgung der Stadt und dazugehöriger Gebiete. Das heißt man trifft ihn auch immer da, wo es Probleme gibt. Oft auf der unterwegs, viele Termine. Thematisch passend: immer unter Strom.

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Christoph Hunschede. Foto: la mechky +
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Als Kind der 80er, geboren etwas weiter östlich, wohnt Christoph seit jetzt über dreißig Jahren in Jülich. Zur Schule gegangen zunächst in der Zitadelle, entschloss er sich dann doch sein Fachabitur, an der gewerblich technischen Schule in Düren zu machen. Das praktische Arbeiten lag ihm schon als Kind mehr, vielleicht auch, weil in seiner Familie Wert auf Handwerkliches gelegt wurde. Das wird ihm später von Nutzen sein, kann er später auch in jungen Jahren schon vieles selbst. Fast logisch auch, dass er den technischen Teil des Fach Abis bei der Zuckerfabrik Jülich macht. Und es passt ins Bild, dass er leidenschaftlich an Fahrzeugen schraubt. Zunächst an Vespas, später dann auch an Autos. Neuestes Projekt ist ein alter Heinkel Roller- einzig die Ersatzteil Beschaffung lässt ihm graue Haare wachsen. Gottseidank fallen die aber ja nicht so auf in den blonden Locken.

Es folgt der obligatorische Zivildienst, den er auf Empfehlung mehrerer Kumpels in der Christophorus Schule in Düren macht, eine integrative Förderschule. Die Arbeit dort macht ihm so viel Spaß, dass er zunächst den Zivildienst verlängert und sogar mit dem Plan spielt Sonderpädagogik zu studieren. Lehrer werden zu dieser Zeit aber noch NRW-weit verteilt, ohne direkt Einfluss auf den Einsatz-Standort nehmen zu können und umgezogen ist er seiner Meinung nach bereits genug. Da es seiner Mutter aber unglaublich wichtig ist, dass er studiert, beginnt er 1999 ein Studium der Elektrotechnik an der FH Aachen, Campus Jülich. Wenig erfolgreich, da ihm die Theorie so überhaupt keinen Spaß macht. So dümpelt das Studium einige Zeit vor sich hin und 2002 entschließt er sich dann doch stattdessen eine Ausbildung bei J+V Elektrosystemtechnik zu absolvieren. Interessanterweise beschäftigt sich diese Firma schon zu diesem frühen Zeitpunkt mit Smarthome Produkten – ein Traum für Technik begeisterte Menschen. Es folgen 2,5 Jahre als Elektroinstallateur dort und dann in Abendschule der Meister in Aachen. Seit fast zehn Jahren ist er jetzt bei den Stadtwerken Jülich, zunächst noch über ein Subunternehmen, seit 2012 auch festangestellt.

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Googelt man Christoph Hunschede findet man erstaunlich wenig für einen Netzmeister. Dass was man findet sind aber immer wieder Nachrichten und Meldungen über sein umfangreiches Vereinsengagement. Fünf Vereine unterstützt er mehr oder weniger aktiv, möglicherweise ist die Aufzählung allerdings nicht lückenlos, da ist er nicht ganz sicher. Unter anderem ist er inaktives Mitglied der Feuerwehr Selgersdorf (anekdotisch erzählt er mir, dass sein Ziehvater Reinhard Richert ihm auch schon einmal einen historischen Feuerwehrwagen versprochen hat, sollte er eine bestimmte Prüfung bestehen), Senator bei der KG Ulk, im Vorstand des Kuba und Gardist bei der CCKG Garde. Zu meiner unendlichen Freude trägt er dort den Titel 1WO – keine Ahnung, ob man das wirklich so schreibt, ich kannte es bisher nur aus StarTrek – was für 1.Wachoffizier steht.

Am meisten am Herzen liegt ihm aber die Arbeit für „Pänz mit Hätz“. Ein aus einer 1996 begründeten Initiative entstandener und seit 2002 in das Vereinsregister eingetragener Verein, bei dem seine Frau den Vorsitz innehat. Ziel des Vereins ist es, für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistigen und körperlichen Handicaps aus dem Großraum Düren und Jülich vielfältige Freizeitangebote zu gestalten und miteinander zu erleben. Es findet zum Beispiel jedes Jahr eine große Ferienfahrt statt mit einem wirklich tollen und umfangreichen Programm: Von Mini Playback Show über DSDS und einem Farbenfestival, alles wird perfekt vorbereitet und professionell gemacht. Dabei werden dann auch Christophs perfektionistische Züge sichtbar: Schon Wochen vorher werden viele, viele Listen geschrieben, was zu packen und besorgen ist, was wann vorbereitet werden muss. Und noch eine Sache wird mir klar: Herr Hunschede zerbricht sich oft den Kopf, denkt noch bis spät über Lösungsmöglichkeiten für die Arbeit oder anderes nach und sorgt sich um viele Dinge. Seit sechs Jahren auch um seine Frau Steffi mit der er seit zwei Jahren verheiratet ist und ihre Tochter Marla. Die im Herzen auch seine Tochter ist, das merkt man ihm in seinen Erzählungen auf jeden Fall an.

Eine Leidenschaft teilen wir: Eine für kleine Autos….eine gemeinsame Ausfahrt ist verabredet und vielleicht gründen wir dann einen Verein: Liebe zu kleinen Autos e.V.
Wer gerne auch gerne „Pänz mit Hätz“ unterstützen möchte kann dies gerne durch Spenden an Pänz mit Hätz, Bankverbindung: Sparkasse Düren BLZ 395 501 10 Konto Nr. 6363675 tun. Aber auch aktive oder inaktive Vereinsmitglieder sind herzlich willkommen.

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Andrea Esser
In Jülich geboren und dann nach der Schule ab in den Süden zum Studium der Wortjonglage. Nach einer abwechslungsreichen Lehrzeit mit den Prominenten dieser Welt, überwog das Heimweh nach dem schönen Rheinland und Jülich im Speziellen. Deckname Lottofee, liebt ihre Familie, Süßigkeiten, Kaffee, alles Geschriebene und Torsten Sträter. Anfällig für sämtliche Suchtmittel (nur die legalen natürlich). Hat schon mal eine Ehrenurkunde gewonnen und ihre erste Zeitung bereits mit zehn Jahren herausgegeben. Hauptberuflich strenger Händchenhalter eines Haufens vornehmlich junger Männer. Der Tag hat notorisch zu wenige Stunden für alle Pläne und kreativen Vorhaben, die meiste Zeit etwas verwirrt.

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