
„Die Gedanken sind frei“ – das weiß schon ein altes Volkslied, das vom Widerstand gegen Willkür und Gewalt singt. Was aber, wenn sie gar nicht so frei sind, wie wir meinen? Diese Frage haben sich Emma Adrian-Papworth und Emilia Prata Banha gestellt. Mit ihrer kreativen Lösung zur Sichtbarmachung von Gedankenmanipulation und Schutz vor negativer Beeinflussung haben sie beim 73. Europäischen Wettbewerb einen Landespreis erhalten.
Beide Auszubildende gehen in eine Mediengestalterklasse des Berufskollegs für Gestaltung und Technik in Aachen. Von ihrer Politik- und Wirtschaftslehrerin seien sie auf den jährlich stattfindenden Wettbewerb aufmerksam gemacht worden. Gerade die Mediengestalterklassen nähmen jedes Jahr an dem Wettbewerb teil, erzählt Adrian-Papworth. Was auch Sinn ergäbe: Schließlich setze man sich nicht nur mit aktuellen Themen in Europa auseinander, sondern setze sie auch kreativ um. „Einfach perfekt für uns.“
Die Gewinnerinnen wollten ihre Lösung über zwei Poster umsetzen und seien beim Recherchieren auf Zigarettenpackungen gekommen. So sei die Idee entstanden: Eine Art „Zigarettenpackung“ mit Warnhinweis, ergänzt um einen an einen Beipackzettel angelehnten Text, der sich für Demokratie und freie Gedanken einsetzt. Ganz ohne Feedback mussten sie allerdings dabei nicht auskommen. Ihre Lehrerin stand für Nachfragen bereit. Und kam dann auch schließlich mit der frohen Botschaft: Sie hätten als Einzige in dem Kurs einen Gewinn erreichen können.

Der Europäische Wettbewerb von der Europäischen Bewegung Deutschland setzt sich dafür ein, junge Menschen auf kreative Weise Europa mit seinen Werten, Herausforderungen und Möglichkeiten näherzubringen. Das Jahresmotto für das Schuljahr 2025/26 lautete „Dein Europa: Recht, Respekt – Realität?!“ Als Schulwettbewerb und fürs selbstständige Erarbeiten der Themen wurden unter diesem Dach verschiedene Aufgaben in vier Altersgruppen gestaffelt, bei denen jeweils aus mehreren Optionen ausgewählt werden kann. Emma Adrian-Papworth und Emilia Prata Banha standen beispielsweise neben dem gewählten Thema auch zwei weitere zur Auswahl. Diese waren „Heißer Planet – schrumpfende Rechte?“, eine Aufgabe, die sich mit dem Zusammenhang von Klimawandel und Menschenrechten beschäftigte, sowie „Wohnen als Selbstverständlichkeit?!“, bei dem es um sorgenfreies Wohnen mit Gleichberechtigung und kultureller Teilhabe in Europa ging. In diesem Jahr haben laut Angaben der Europäischen Bewegung 74.938 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland und den Deutschen Schulen im Ausland teilgenommen.
Die Preisverleihung für die Landespreise des Regierungsbezirks Köln fand am 19. Mai in Bornheim statt.



















