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MinervaPreisträgerinnen

Alle zwei Jahre vergibt der Förderverein Museum den MinervaPreis. Jetzt wurden die Preisträgerinnen bekannt gegeben.

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Foto: Museum Zitadelle
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Der Minerva-Preis 2026 des Fördervereins Museum würdigt zwei außergewöhnliche Künstlerinnen, deren Lebenswerke auf eindrucksvolle Weise zeigen, dass Wissenschaft und Kunst keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig inspirieren und bereichern.

Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges und Maria Fernandez-Ortiz verbindet weit mehr als ihre internationale Anerkennung. Beide stehen für ein Schaffen, das von Präzision, Neugier und der Suche nach Erkenntnis geprägt ist. Beide haben aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt, dass Kreativität und wissenschaftliches Denken denselben Ursprung haben: den Wunsch, die Welt zu verstehen und ihr Gestalt zu geben.

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Maria Fernandez-Ortiz versteht Kunst als einen Prozess des Forschens und Erkennens. Ihren Werken geht stets eine intensive Auseinandersetzung mit Geschichte, Philosophie, Geometrie und Proportionslehren voraus. Für die Pasqualini-Statue und das Mosaik auf dem Jülicher Marktplatz studierte sie antike Maßsysteme und die Ideale der Renaissance, um den Bogen von der historischen Festungsstadt zur modernen Forschungsstadt Jülich zu schlagen. Ihre Arbeiten entstehen aus Wissen und Handwerk ebenso wie aus Inspiration und künstlerischer Vorstellungskraft.

Gisela Engeln-Müllges starb im Januar diesen Jahres. Sie wird posthum geehrt. Sie galt als eine der bedeutenden deutschen Mathematikerinnen ihres Fachs. Als Professorin für Numerische Mathematik, Autorin zahlreicher Fachbücher und Mitglied des Wissenschaftsrates der Bundesrepublik Deutschland verkörperte sie intellektuelle Klarheit und wissenschaftliche Exzellenz. Zugleich schuf sie als international ausgezeichnete Künstlerin Skulpturen und Gemälde von großer formaler Strenge und Schönheit. In ihren Arbeiten verbanden sich mathematische Präzision und schöpferische Freiheit zu einer unverwechselbaren künstlerischen Sprache.

Beide Künstlerinnen haben Jülich auf besondere Weise geprägt. Gisela Engeln-Müllges setzte sich als Wissenschaftlerin und Hochschulpolitikerin maßgeblich für die Entwicklung des Campus Jülich und die enge Verbindung von Hochschule und Forschungszentrum ein. Maria Fernandez-Ortiz verlieh der Geschichte und Identität der Stadt mit ihren Kunstwerken sichtbaren Ausdruck und machte die Ideen Pasqualinis für die Gegenwart erfahrbar. Beide haben dazu beigetragen, dass Jülich nicht nur als Forschungsstandort, sondern auch als Kulturstadt wahrgenommen wird.

Der Minerva-Preis 2026 würdigt deshalb nicht nur zwei herausragende Künstlerinnen. Er würdigt ein Verständnis von Kultur und Wissenschaft, das seit der Antike mit dem Namen Minerva verbunden ist – und das für die Zukunft Jülichs von besonderer Bedeutung bleibt. Die Preisverleihung findet im Herbst in der Schlosskapelle statt. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben.

Erstmals wird in diesem Jahr auch eine „Mini-Minerva“ für Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren vergeben.


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