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Ab in die weite Welt

Gestern gab es Zeugnisse. Für die Viertklässler bedeutete dass, im Corona-Schuljahr mit der Grundschule abszuschließen.

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Die Viertklässer standen während der Feier in eingezeichneten Kästen. Die Eltern sieht man im Hintergrund. Foto: Mira Otto
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„Das ist heute ein ganz besonderes Zeugnis, denn das ist das aller aller letzte Zeugnis der Grundschule. Das ist jetzt das Ticket für die weiterführende Schule“, sagte die stellvertretende Schulleiterin der Promenadenschule, Ariane Ranft, fest und mit Tränen in den Augen weiter: „Für mich ist das jetzt nicht so einfach. Es sind tolle Jahre mit euch gewesen. Und es ist ganz wichtig: Noten sind nicht das, was du bist. Du machst dich selbst aus.“

Währenddessen blicke sie die Klasse G2 an. Jeder Schüler an seinem Platz. Dann gab es Zeugnisse. Nachdem jedes Kind in der Klasse aufgerufen worden war und Schulhund Bolle den begleiteten Applaus zur Erheiterung der Kinder mit Bellen erwidert hatte, wurde deutlich, wie anders dieses Jahr Schule ist.

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Normalerweise feiert die ganze Schule den Abschluss der Viertklässer auch zusammen mit den ersten, zweiten und dritten Klassen. Wegen Corona konnten die dieses Jahr die Schulen nicht gemeinsam abschließen. Um den Abschluss doch zu feiern, fanden die Schulen unterschiedlichste Lösungen.

Bei der Promenadenschule sah dies so aus, dass den Viertklässlern nach der Zeugnisvergabe ein Film gezeigt wurde, in denen die Klassen eins bis drei von Musik untermalt Schilder wie „Danke für die schöne Zeit“ hochhalten. „Eigentlich hätten wir das Lied für gesungen, aber wir wollen trotzdem ein paar Traditionen erhalten“, sagte Ranft zu den Schülern.

Zaungäste

Abschlussfeiern sind Ereignisse, bei denen die Schulen und die Familien eigentlich aufeinandertreffen. Bei denen eigentlich gemeinsam gefeiert wird, dass die Kinder es – mit Höhen und Tiefen – soweit geschafft haben. Auf das Schulgelände durften die Eltern nicht, da der Abstand von Mensch zu Mensch momentan allgegenwärtig ist. Einige Eltern ließen es sich trotzdem nicht nehmen, über den Zaum hinweg die anschließende Abschlussfeier mitzuverfolgen.

„Es ist nicht so schön, dass wir kleine wirkliche Feier haben. Aber es war schon gut, als die Kinder in der Schule wieder Sozialkontakte mit anderen Kindern pflegen konnten“, sagte Andreas Averesch. Auch Pieto Riedel war unter den Besuchern um den Abschluss seines Kindes anzuschauen. „Es ist ein großes Lebensereignis, das man angemessen feiern muss. Ich kriege frei, also gehe ich hin.“

Die Viertklässler versammelten sich für die Feier nach Klassen getrennt auf dem Schulhof. Mit Masken geschützt und eine aus bunter Pappe gebastelten Blume, auf der die Namen der ganzen Klasse geschrieben sind, verfolgten die Rede Ranfts und die Lieder des Lehrerkollegiums, in denen das beste für die Zukunft gewünscht und Mut für die Zukunft gemacht wurde. Anschließend wurden die Klassen nacheinander aufgerufen, um durch die applaudierenden Reihen der Lehrer in der Schule zu verschwinden.

„Eigentlich ganz normal, dass wir jetzt Ferien haben, aber ein paar Tage wäre ich doch noch zu Schule gegangen, weil wir so wenig hatten“, war sich ein Schüler sicher und eine Schulkameradin weiter: „Ich bin sehr traurig, auch wenn ich die Schule noch [als ehemalige Schülerin] besuchen kann. Aber ich freue mich auch, dass ich etwas neues machen kann. Ich werde alle sehr vermissen.“


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