Start Stadtteile Jülich Mehr Quadratmeter – aber nicht mehr Platz

Mehr Quadratmeter – aber nicht mehr Platz

20 Prozent mehr an Flächen hat das Technologiezentrum Jülich im Besitz – mehr Raum für Neugründer oder Startups allerdings nicht.

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In Sichtweite: Das WTI-Gebäude gehört jetzt zum Technologiezentrum Jülich. Foto: Dorothée Schenk
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Dass das Technologiezentrum Jülich (TZJ) nach Erweiterung strebt ist lange bekannt. Vor einem Jahr war noch von der Verdopplung der Fläche die Rede. Das angrenzende Areal zwischen L253 und „Am Mühlenteich“ ist bereits im Eigentum des TZJ. Mit Beginn der Energiekrise und Explosion der Baupreise ist das Thema war vorerst vom Tisch. Jetzt kommt es doch zu einer ersten Erweiterung: Das Technolgiezentrum Jülich hat das benachbarte Gebäude der WTI – der Wissenschaftlich-Technischen Ingenieurberatungs GmbH – an der Karl-Heinz-Beckurts-Straße 8 gekauft.

Der Grund für die Neuerwerbung ist einerseits die Sicherung eines exklusiven Gebäudes mit 1600 Quadratmetern Nutzfläche plus 2000 Quadratmetern Grundstück im Königskamp. Beides ist laut TZJ-Aufsichtsratsvorsitzende Axel Fuchs begehrt. Die Areale würden „immer interessanter“. TZJ-Geschäftsführer Carlo Aretz resümiert: „Mit dem Erwerb des Gebäudes und des Grundstücks vergrößern wir uns nicht um 100 Prozent, wie wir noch vor einem Jahr gedacht haben, aber in einem ersten Schritt um 20 Prozent.“ Das sei eine Marke, die das Technolgiezentrum im Königskamp noch einmal deutlich aufwertet.

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Andererseits dient der Ankauf der Sicherung von Arbeitsplätzen und, dass „kluge Köpfe“ der Stadt und der Region erhalten bleiben. In 1990er Jahren hat Firmengründer Heinz Geiser den Neubau für sein Unternehmen im Königskamp gebaut. Spezialisiert ist die WTI auf Kerntechnik und damit in der Energieregion wichtiger Partner etwa des Forschungszentrums, der JEN und auch FH und RWTH. Der Standort sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für eine Ingenieursfirma.

TZJ-Geschäftsführer Carlo Aretz (l) und Aufsichtsratsvorsitzender Axel Fuchs (r) nehmen WTI-Gründer Heinz Geiser in die Mitte. Foto: Dorothée Schenk

„Es gibt keine Region in Deutschland, mit Ausnahme vielleicht von Karlsruhe und Garching bei München, die so technologieintensiv ist wie die Region in Jülich“ konstatiert Geiser und gibt nicht ohne Stolz zu wissen: „Wir hatten zeitweise 50 Mitarbeiter mit Universittätsabschluss. Der überwiegende Teil war promoviert. Wir haben im Laufe der Zeit über 300 Ingenieure in ihrer Masterarbeit begleitet.“ Und wenn man sich in der Industrie umschaue würde in jeder deutschen Firma ein Mitarbeiter sitzen, der eine zeitlang bei der WTI gearbeitet habe – „ob als studentische Hilfskraft oder als Angestellter“.

Vom Stammsitz Jülich aus agieren heute 65 erfahrenden Wissenschaftler und Ingenieure – an einen weiteren Mitarbeiter-Ausbau, so war zu hören, ist aber noch gedacht. „Wir werden das Gebäude zu 100 Prozent benötigen,“ sagt Dr. Linus Bettermann von der WTI-Geschäftsführung. Warum hat der Mutterkonzert GNS-Gruppe dann nicht selbst das Gebäude des Tochterunternehmens WTI gekauft? Auch der GNS-Stammsitz in Essen sei angemietet – das sei Teil der Firmenphilosophie, hieß es in der Begründung. Im Klartext: Mehr Geld für exzellente Mitarbeiter– weniger für Gebäude.

78 Jahre alt werde er im kommenden Jahr, teilt WTI-Gründer Heinz Geiser mit, und habe sich nach eigenem Bekunden daher seit längerem mit der Überlegung getragen, wie das Gebäude „unter Erhaltung des Status einem neuen Eigentümer übergeben werden kann“. Mit dem TZJ ist das gelungen: Die WTI bleibt Mieter. Das TZJ hat zwar keinen Raumgewinn erzielt. Dafür hält es seine Marke: 100 Prozent Auslastung.


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