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Sportliche Pläne

Während die WM läuft dreht das Thema "Sanierunng Karl-Knipprath-Stadion" eine weitere Runde. Derzeit liegt der "Ball" im Feld der Politik. Es geht immer noch um die Wiederherstellung nach dem Flutereignis 2021.

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Sportpark Karl Knipprath Stadion
Blick auf das Sportareal links der Rur im Frühjahr 2024. Foto: Olaf Kiel
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Eigentlich ist die Sache klar: Nach der Flutkatastrophe von 2021 sollen die zerstörten Sportanlagen im Karl-Knipprath-Stadion eins zu eins wiederaufgebaut werden. Die Fördermittel sind bewilligt, die Pläne liegen vor. Und doch könnte am Ende etwas ganz anderes entstehen – näher an dem, was Sportler und Stadtverwaltung von Anfang an wollten. Das erklärt
Florian Hallensleben, Leiter des Sportamtes der Stadt Jülich, im Gespräch mit dem HERZOG.

Rund 7,5 Millionen Euro Fluthilfemittel stehen der Stadt insgesamt zur Verfügung. Etwa 6,5 Millionen Euro davon entfallen auf die Sportanlage im Karl-Knipprath-Stadion. Enthalten sind die Sanierung beziehungsweise der Neubau der Plätze sowie ein neues Umkleidegebäude. Weitere Mittel fließen unter anderem in die Beseitigung von Schäden an Schulen, Feuerwehr und anderen Sportstätten.
Nach der Flut war zunächst ein Gutachten erstellt worden. Die Maßgabe lautete eindeutig: Wiederaufbau, nicht Neuplanung. Zwei Naturrasenplätze und zwei Ascheplätze sollten in ihrer bisherigen Form zurückkehren. Genau daran störte sich die Stadt allerdings früh. „Keiner würde heute noch Ascheplätze bauen, weil sie nicht mehr Stand der Technik sind“, sagt Hallensleben. Auch eine Tartanbahn statt der früheren Aschenlaufbahn wäre aus seiner Sicht Stand der Technik. Doch lange Zeit galt bei der Bezirksregierung die strikte Vorgabe: finanziert wird nur, was vorher schon vorhanden war.

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Mehr Modernisierung möglich?
Immerhin konnte die Verwaltung durchsetzen, dass der durch die Flut schwer beschädigte Umkleidetrakt nicht an gleicher Stelle wiedererrichtet werden muss. Stattdessen soll das neue Gebäude erhöht auf einem Wall entstehen. Dadurch wäre es künftig hochwassersicher. Gleichzeitig entstünde eine natürliche Tribüne. Geplant sind Umkleiden, Duschen, Technik- und Lagerräume sowie ein Gemeinschaftsraum, der allen Nutzern der Anlage offenstehen soll. Eigene Vereinsheime für die Fußballvereine der Zehner und Zwölfer sind dagegen nicht vorgesehen.

Lange Zeit schien es bei diesem Konzept zu bleiben. Doch inzwischen sieht Hallensleben neue Chancen. Erfahrungen anderer Kommunen und Gespräche mit Gutachtern hätten gezeigt, dass die Bezirksregierung mittlerweile offener auf Modernisierungen reagiert. Deshalb hat die Verwaltung einen Änderungsantrag vorbereitet. Damit könnten gegebenenfalls die Tartanlaufbahn, ein Kunstrasenplatz und Parkflächen umgesetzt werden. Die Idee dahinter reicht über den Sport hinaus. Zusätzliche Parkplätze könnten, wenn keine Sportveranstaltungen im Karl-Knipprath-Stadion sind, auch Freibad, Hallenbad und bei Veranstaltungen in der Kulturmuschel Entlastung bringen.

Das ursprüngliche Konzept eines umfassenden Sportparks, das 2022 vorgestellt wurde, ist inzwischen vom Tisch. Hierin waren nicht nur die Kosten ermittelt worden, sondern das gesamte Areal bis einschließlich Freibad überplant worden. Einige Grundgedanken daraus leben jedoch weiter.

Während die überdachte Tribüne dem Neubau weichen soll, soll die gegenüberliegende Tribüne erhalten bleiben. Geplant sind eine Betonsanierung und eine leichte Überdachung. Klimaanpassung spiele dabei eine wichtige Rolle, erklärt Hallensleben. Immer heißere Sommer machten Schattenbereiche zunehmend notwendig.

Stadion bietet auch Leichtathletik Platz
Die Schäden auf den Fußballplätzen reichen weit über das Sichtbare hinaus. Verschlammte Drainagen, defekte Flutlichtanlagen und beschädigte Bewässerungssysteme betreffen sämtliche Plätze. Seit der Flut gibt es zudem keine funktionierende Rundlaufbahn mehr. Offizielle Bundesjugendspiele können deshalb in Jülich seit fünf Jahren nicht stattfinden. Die Anlage solle nicht nur Fußballplatz sein, sondern auch wieder ein Ort für Leichtathletik und Schulsport werden. „Das ist mir wichtig“, betont Hallensleben.
Noch vor der Sommerpause soll der Stadtrat über den Änderungsantrag entscheiden. Danach liegt der Ball erneut bei der Bezirksregierung. Ein Nein würde den bereits genehmigten Eins-zu-eins-Wiederaufbau bedeuten. Ein Ja dagegen könnte genau das ermöglichen, was Hallensleben seit Jahren für sinnvoll hält: eine moderne Sportanlage, die nicht nur Schäden beseitigt, sondern zugleich den Weg in die Zukunft weist. Eine dritte Variante wäre trotz Haushaltssicherungskonzeptes möglich: Die Stadt erhält die Ausgleichszahlungen aus der Fluthilfe und müsste zur Realisierung der optimalen Lösung Geld aus der eigenen Kasse beisteuern. Da dies investive Kosten sind, unterlägen sie nicht der Reglementierung des HSK.


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