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Mittelalterliche Spiele begeistern Familien

„So treiben wir den Winter aus…“: Mit dem Titel eines Jahrhunderte alten Liedes startete das Burgenmuseum Nideggen am Wochenende ins Jahresprogramm. Auf allen Etagen des Bergfriedes präsentierten Händler und Museumspädagogen den Alltag auf einer mittelalterlichen Burg. Die Spiele und das Spielzeug des Mittelalters waren Themenschwerpunkt des umfangreichen Programmwochenendes. Fast 800 Besucher waren begeistert vom Shuffleboard, Kegeln, Hufeisenwerfen, den Knöchelspielen und vielem mehr.

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Autorin Doris Fischer führte den „Schnurrer“ vor, ein Geräuschspielzeug aus dem 12. Jahrhundert. Foto: Kreis Düren
Autorin Doris Fischer führte den „Schnurrer“ vor, ein Geräuschspielzeug aus dem 12. Jahrhundert. Foto: Kreis Düren
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Mit Begeisterung spielten die Familienmitglieder am Shuffleboard gegeneinander. Das Shuffleboard, das heute von keiner Kreuzfahrt mehr wegzudenken ist, stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und wurde bereits von König Heinrich VIII. 1532 mit Namen „Shovelboard“ gespielt. Ebenso eifrig spielten um diese Zeit die niederländischen Nordfriesländer das „Sjoelbak“. Sjoelen bedeutet schieben. Mit schnellen Handbewegungen schob man Münzen auf einem schmalen, langen Tisch. Die am weitesten geschobene Münze bestimmte den Gewinner.

Die Knöchelwurfspiele erfreuten sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die Besucher versuchten sich im kniffligen Wurfspiel. „Das Spiel mit den Schafsknochen ist eines der ältesten Spiele der Welt. Im Mittelalter war es das beliebteste Geschicklichkeitsspiel“, so Doris Fischer, Autorin des Buches „Spielen wie im Mittelalter“. Die Knöchel wurden Bickelsteine genannt. Ein Knöchelchen wurde hochgeworfen. Während es in der Luft ist, wird ein weiteres Knöchelchen vom Boden aufgenommen, dann wird das erste vom Handrücken der gleichen Hand aufgefangen. Schrittweise wird nun die Anzahl der hochgeworfenen Knöchel erhöht. Gäste aus Uruguay bestätigten, dass dieses Spiel heute noch dort gespielt wird. In Australien, so erzählte eine Besucherin, heiße das Spiel heute „Jacks“ oder „Five stones“ und sei aus Plastik im Spielzeugladen zu erwerben. So spielte die australische Delegation das „Jacks“ begeistert im Burgenmuseum Nideggen mit dem ursprünglichen Material aus Schafsknochen.

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Wer sich beim Spieleparcours mit Kegeln, Hufeisenwerfen, Shuffleboard geschickt anstellte, bekam eine Schatzkiste, die individuell verziert werden konnte. Die jüngsten Besucher erstellten Handpuppen und zeigten sich als begeisterte Zuschauer beim Puppentheater. Die Geschichte um die erste Burgfrau von Burg Nideggen wurde mit kräftigem Applaus belohnt. „Die Prinzessin aus dem Theater ist so schön wie meine Handpuppe“, bemerkte die fünfjährige Kalinka aus Köln.

Das von der Autorin Doris Fischer gebaute Puppentheater stellte eine Burg dar. Mittelalterliche Puppenbühnen waren in der Regel als Burg dargestellt. Im Französischen heißt das Kasperletheater heute noch „castelet“, was nichts anderes als „kleine Burg“ bedeutet. Die Handpuppenspieler des Mittelalters gaben lustige und volkstümliche Stücke zum Besten. Zu guter Letzt unterhielt Zauberer Cito Pilini die Besucherschar mit Tricks und tollen Jonglagen.

Am Ende der Veranstaltung sah man zahlreiche Familien mit gefilztem Schmuck und Tieren, selbst erstellten Jonglierbällen, Schatzkisten, Handpuppen, kleinen gestalteten Büchlein fröhlich nach Hause gehen.


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