Markus Danz erläuterte als Leiter des Jülicher Bauhofes den aktuellen Stand des Projekts. Das ist ein Lebenszeitprojekt“, betonte er. Es werde ständig erweitert. „Als ich meinen Dienst angetreten habe, war das noch eine Kladde“, berichtete Danz. Heute sei das System digitalisiert und umfasse zahlreiche Datensätze.
Die Dimensionen verdeutlichen den Umfang der Aufgabe: Rund 190 Hektar öffentliche Grünflächen, etwa 10.000 Solitärbäume sowie zusätzlich rund 330 Hektar Wald- und Forstflächen werden von der Stadt betreut. Hinzu kommen weitere Flächen in privatrechtlicher Nutzung. Danz betonte dabei die besondere Struktur Jülichs als Flächenkommune. Während Herzogenrath, Würselen und Alsdorf zusammen lediglich etwa die Fläche Jülichs erreichten, lebten dort gleichzeitig rund 100.000 Menschen mehr. Man könne sagen: „Jülich ist eine sehr grüne Stadt.“
Ein Schwerpunkt des Baumkatasters liegt auf der gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherungspflicht. Die Kontrolle der Bäume erfolgt dabei nicht flächendeckend nach einem starren Schema, sondern orientiert sich an der jeweiligen Nutzung der Bereiche. Auf die Frage von Ausschussmitglied Karl-Philipp Gawwel (CDU), ob eine satellitengestützte Überwachung nicht effizienter wäre, verwies Danz auf unterschiedliche Sicherheitserwartungen. Rund um stark frequentierte Naherholungsgebiete oder beispielsweise den Barmener See seien die Anforderungen andere als etwa an Regenrückhaltebecken in Bourheim und damit weniger stark genutzten Bereichen.
Auch die Bedeutung der Bäume für Klima und Lebensqualität wurde im Ausschuss thematisiert. Ausschussmitglied David Merz (SPD) hob hervor, dass Bäume nicht nur CO₂ binden, sondern insbesondere entlang von Straßen zur Klimaanpassung beitrügen. Viele Straßen hätten inzwischen kaum noch Baumbestand.
Felix Brandt (CDU) mahnte hingegen an, zunächst klar zu definieren, welche Fragen das Baumkataster überhaupt beantworten solle. Aus seiner Sicht habe das Projekt keine oberste Priorität. Wichtiger sei es, transparent darzustellen, welche Bäume krank seien und aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssten.
Ein weiterer Punkt der Diskussion war die Suche nach geeigneten Flächen für neue Pflanzungen. Ausschussmitglied Hendrik Vollrath (UWG JÜL) erinnerte daran, dass ein entsprechender Antrag genau dieses Ziel verfolgt habe. Danz stellte jedoch klar, dass das Baumkataster selbst nicht als Planungsinstrument für den Landschaftsgartenbau gedacht sei. Eva Strehl ergänzte als Klimamanagerin der Stadt Jülich, dass die Verwaltung bereits dabei sei, geeignete Flächen auszumachen.
Zum Abschluss wurde auch die Situation im Naturschutzgebiet bei Barmen angesprochen. Dort, so berichtete Marco Maria Emunds (SPD) , nehme das Problem beschädigter Bäume zu – unter anderem durch die Aktivitäten von Bibern in unmittelbarer Nähe zur Schule. Dezernent Thomas Mülheims erklärte dazu, die betroffenen Flächen seien bekannt und würden regelmäßig vom Förster kontrolliert. Zugleich gab er zu bedenken: „Nicht jeder Baum, der fällt, ist automatisch eine Gefährdung.“
















