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Neuer leitender Pfarrer für Jülich

Auf Wunsch des Aachener Bischofs übernimmt Hans-Otto von Danwitz neue Aufgabe in Jülich-Aldenhoven

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Als Pfarradministrator ist Hans-Otto von Danwitz bereits in Jülich im Einsatz. Foto: Dorothée Schenk | Archiv
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„Wir sind uns ja nicht ganz fremd“, umschreibt Hans-Otto von Danwitz es treffend. Sowohl in Jülich als auch in Aldenhoven war der Seelsorger bereits als Pfarradministrator im Einsatz und übt diese Funktion seit dem Weggang von Pfarrer Josef Wolff auch wieder aus. In der Neustrukturierung im Bistum Aachen ist künftig an Jülich und Aldenhoven als einen so genannter „Pastoraler Raum“ gedacht. Die Entscheidungen stehen hier noch aus. Dennoch werden offensichtlich bereits Weichen gestellt. Künftig soll von Danwitz in diesem Seelsorgebereicht leitender Pfarrer werden. Die Entscheidung der Gremien fällt nach Pfingsten.

Nach 21 Jahren wird von Hans-Otto von Danwitz als leitendem Pfarrer der Innenstadtgemeinde St. Lukas Düren am 4. August die letzte Messe gelesen. Mit der Schlussandacht zur Anna-Oktav wechselt der Seelsorger nach Jülich-Aldenhoven. So ist es der Pressemitteilung der Pfarrei St. Lukas zu entnehmen. Auf persönliche Nachfrage schränkt von Danwitz ein: vorbehaltlich des zustimmenden Votums der Gremien, die sich nach Pfingsten treffen würden. „Ich möchte die Gremien sehr ernst nehmen und hören, welche Erwartungen sie haben. Von daher möchte ich nicht vorgreifen. Die Gemeinden sollen darstellen, was ihr Profil ausmacht und was ihnen wichtig ist. Da möchte ich gut zuhören, damit wir nach dem Gespräch gucken: Passt das auch? Ich glaube, es passt, weil wir uns ja auch schon kennen.“ Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Gremien dem Wunsch ihres Bischofs verwehren, eher gering. Ein weiterer Faktor: Sowohl in Jülich als auch Aldenhoven fehlt es an pastoralem Personal.

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„Ich bin schon traurig, aus Düren wegzugehen, aber ich sehe die klare Notwendigkeit“, unterstreicht der Seelsorger, und dann kommt auch Aufbruchstimmung zum Ausdruck. Die Veränderungen im Zuge der Bildung der neuen Pastoralen Räume mitzugestalten, sieht er in Jülich-Aldenhoven als reizvolle Aufgabe. Beide Seelsorge-Räume hätten einander viel zu geben, könnten voneinander profitieren, ist Hans-Otto von Danwitz überzeugt.

Da ist einerseits die Pfarrei Heilig Geist mit ihrem Zukunftsprogramm „2030“. Strukturell führt ein Leitungsteam das „operative“ Geschäft: „Die Kooperation, die jetzt schon eingespielt ist mit Vertretern aus Kirchenvorstand, aus GdG Rat, Pastoralteam und Verwaltung, ist das, was das ganze Bistum künftig genau so abbilden soll – da ist Jülich schon gut auf dem Weg. “ Dazu kämen die Profilschärfungen selbstgewählter Schwerpunkte wie Familien- und Jugendkirche.

2010 begleitete Hans-Otto von Danwitz Kinder im Jülicher Nordviertel zur Kommunion. Foto: Susanne Schlüter | Archiv

In Aldenhoven gebe es eine lebendige Wallfahrtstradition, die Martinusaktion – die die sozialen Nöte im Blick hätten, die gelebte Ökumene und das Eine-Welt-Engagement. „Ich glaube auch, dass sie von der neuen Konstellation profitieren und gewinnen können.“ Begeisterung klingt an, wenn der Seelsorger von der Vielfalt der Orte von Kirche spricht – auch auf den Dörfern.

Auf die Frage, ob Hans-Otto von Danwitz als leitender Pfarrer schon einige Projekte im Sinn habe, verneint er. „Konkrete Projekte habe ich noch nicht. Soweit bin ich noch nicht. Es ist noch alles frisch. Aber die Profilschärfung zu stärken, finde ich eine Herausforderung.” Und außerdem trete er mit einem dezidierten Selbstverständnis an: „Ich bin nicht der Alleinige, selbst wenn ich leitender Pfarrer werde. Mein Selbstverständnis ist es, dass Kirche gemeinsam mit dem Pastoralteam und den Gremien gestaltet werden muss.“

Der Lebensmittelpunkt soll weiterhin in Düren sein. „Ich habe im Moment meinen Wohnungssitz im Karmelkloster angemeldet und würde den auch gerne behalten”, sagt Pfarrer von Danwitz. Spirituell sei er eng mit dem Karmel verbunden und ohnehin, sagt er mit hörbarem Missfallen, sei ja in Jülich „wohnraummäßig“ wenig Spielraum. Gemeint ist der geplatzte Pfarrzentrums-Neubau der Pfarrei Heilig Geist Jülich, zu dem das Bistum sein Veto eingelegt hat. Kritische Töne in Richtung Bistum kommen dabei zum Ausdruck. Der Neubau „stand das für die Grundidee: Wir bringen uns als Kirche auch positiv in die Stadt ein, auch was wir äußerlich darstellen – als äußeres Zeichen, was bei uns innerlich los ist“, formuliert von Danwitz. Zwischen den Zeilen ist zu hören, dass hier aber vielleicht doch noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde.

Auch zum geplanten Verkauf von 12 der 16 Kirchengebäude im Jülicher Land hat der designierte neue leitende Pfarrer eine Meinung. Verstanden habe er, dass nicht mehr alle Kirchen zu erhalten sind. „Wichtig finde ich – und das scheint an manchen Orten ja auch zu gelingen, dass die Kirchen als Gebäude erhalten werden – Kirche im Dorf lassen. Aber sie werden mit einer anderen Nutzung versehen, bei der möglichst auch noch Gottesdienst gefeiert werden kann. Das ist mein Traum: Dass die Kirchen auch als spiritueller Raum Bedeutung behält.“

Nachfolgeregelung für Düren
Nach Düren kommt, so heißt es in der Pressemitteilung der Pfarrei St. Lukas, ein neuer Priester, Pfarrer Martin Eluke. Er stammt aus Nigeria und hat bereits zehn Jahre lang im Bistum Münster gewirkt. Seine Stelle wird also nicht vakant bleiben. Als Leitender Pfarrer von St. Lukas übernimmt ab August befristet bis Ende des Jahres Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes gemeinsam mit einem Leitungsteam, wie es seit dem Weggang von in Jülich bereits im Einsatz ist.


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