Heino Bücher ist eine echte Muttkrat. Bekannt ist der Jubilar, der gerne auch Witze über sich selbst und seine Größe macht („Ich hab‘ irgendwann vergessen zu wachsen“), durch sein stets leises Lächeln, das er in den Mundwinkeln spazieren trägt. Viel zu erzählen hat er aus der „alten Zeit“, etwa der Kneipenlandschaft und dem gewachsenen neuen Viertel entlang der Rur, in dem er seit der Geburt seines letztgeborenen und dritten Sohnes mit Ehefrau Annemie wohnt. Damit ist er auch ein Stück „lebendiges Gedächtnis“ von Jülich und teilt dankenswerterweise seine Erinnerungen von Zeit zu Zeit als Gastautor des HERZOGs mit der Leserschaft.
Bekannt ist er vielen Menschen in Jülich vor allem durch seine Beobachtungsgabe und seinen feinsinnigen Humor. Über 30 Jahre lang ersann er Geschichten in der Muttersproch und unterhielt mit Anekdoten vom „Abendanzug“ bis zum „Kengerzoch“ sein Publikum in der Bütt bei seiner KG Ulk, aber auch bei den Karnevalssitzungen der Rochus-Frauen sowie bei den jährlichen Mundartabenden. Damit diese Geschichten nicht der Vergessenheit anheimfallen, sind in den vergangenen zwei Jahren zwei Bücher, „Wat ich Dich noch verzälle wollt“ und „Wat ich Dich och noch verzälle muss“, erschienen. Der Name ist eben doch Programm.
Wer ihn heute kennt, möchte meinen, Humor sei seine Berufung. Dabei lag diese bis zu seinem 80. Lebensjahr vor allem im Familienbetrieb Elektro Bücher, zuletzt Bücher-Buntenbruch. Umtriebig war er allerdings auch als Elektromeister, aus dem später ein Obermeister und stellvertretender Kreishandwerksmeister wurde. Viel Arbeit, viel Vergnügen, Geselligkeit und viel in Bewegung – so könnte es in Kurzform zusammengefasst werden. Den Ausgleich fand er mit seiner Frau in Radtouren von Passau nach Wien, bei Bergwanderungen mit der Clique in Oberstdorf oder Kärnten und an den Wochenenden mit der Familie im Wochenenddomizil in Mützenich in der Eifel, wo jeden Samstag 3500 Quadratmeter Rasenpflege anstanden, aber auch Freunde willkommene Gäste waren.
Und da ist natürlich auch noch der Fußball! Nach ihm musste sich sogar ein Umzug richten: An dem Tag 1969, als die Familie „ins Schwemmgebiet“ an die Rur zog, spielte der SC Jülich 1910 zum ersten Mal um die deutsche Amateurmeisterschaft. Also frühmorgens „die Möbel geladen, von hinten in den Innenhof gefahren, abgeladen, Schränke aufgebaut, und um 1 Uhr war alles fertig – und ab zum Fußball“, erzählt Heino Bücher lachend. Bis weit nach Mitternacht wurde das Ereignis gefeiert, wie aus berufenem Munde zu erfahren war.
Apropos feiern: Gefeiert wird der Jubilar an seinem Ehrentag mit der inzwischen reichlich gewachsenen Familie der drei Söhne, der siebenköpfigen Enkelschar nebst Anhängen und zwei Urenkeln. Su soll et senn!
Mehr über Heino Bücher lesen Sie hier
- zur Grammatik: Su soll et senn!
- zu den Mundartgottesdiensten, der in diesem Jahr zum 20. Mal gefeiert wurde
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- 2021 Aus Schirmers Erinnerungen: Vom Rheinland in die Welt, Teil 1
- 2022 Aus Schirmers Erinnerungen: Vom Rheinland in die Welt, Teil 2
- 2023 Aus Schirmers Erinnerung beim bundesweiten Vorlesetag, Teil 3
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